Wer den Wert seiner Immobilie sucht, bekommt online in Sekunden und mit wenigen Klicks zu einem Wert. Doch Immobilien sind keine Produkte von der Stange: Lage, Zustand, Grundbuch und Lärm passen in kein Formular. Für einen realistischen Verkaufspreis gilt: Algorithmen liefern den Rahmen, der Maklerblick entscheidet.

Rechenmodelle im Praxistest: Was Algorithmen leisten – und was sie übersehen

Bewertungsportale arbeiten mit Vergleichsdaten und statistischen Mustern. Für eine schnelle Orientierung sind sie nützlich: Sie sortieren in Sekunden hunderte Transaktionen, erkennen Durchschnittswerte, gewichten Quartiere. Die Schwäche liegt im Detail. Daten hinken oft Monate hinterher, Sonderlagen werden geglättet, Modernisierungen oder Mängel fallen durchs Raster. Ein Balkon nach Süden? Eine Tiefgarage mit E-Ladepunkt? Eine Teilungserklärung mit Fallstricken? Der Rechner kennt die Daten, aber nicht die Geschichte hinter einem Objekt. Genau deshalb schwanken Online-Schätzungen bei identischen Eingaben mitunter spürbar – je nach Quelle, Datentiefe und Modell.


Feinheiten mit Folgen: Wenn Details den Preis drehen

Maklerinnen und Makler beginnen nicht mit der Zahl, sondern mit der Frage: Wer kauft hier und warum? Sie riechen den feuchten Keller, hören den Straßenverkehr am frühen Abend, sehen, ob die neue Einbauküche hochwertig ist oder nur so aussieht. Sie kennen Mikrostandorte, Förderkulissen, Baujahre mit typischen Fallstricken. Sie prüfen Grundrisse auf Vermarktungslogik und bewerten, was sich mit kleinem Budget verbessern lässt. Und: Sie beobachten Nachfrage live – nicht im Datensatz, sondern im Besichtigungstermin. Ein Makler mit diesem Erfahrungswissen entwickelt oft präzisere Preiskorridore und empfiehlt eine stimmige Preis- und Vermarktungsstrategie – lieber mit einem Signalpreis starten und die Nachfrage bündeln oder knapp unter den Wettbewerbern bleiben, um Tempo zu machen? Ein Qualitätsmakler kann anhand von seinem Marktgespür und seiner Erfahrung den Kurs richtig setzen.

Der Doppelansatz: Online vorprüfen, vor Ort absichern

Die kluge Reihenfolge ist schlicht: Erst digital orientieren, dann professionell präzisieren. Ein Online-Schätzwert liefert den Rahmen, das Vor-Ort Gutachten mit Marktvergleich, Objektbegehung und Dokumentencheck verankert die Zahl in der Realität. So entstehen belastbare Mindest, Mittel und Maximalwerte – und ein Plan, wie man Versprechen und Preis in Einklang bringt. Dazu gehört auch Taktik: Zeitpunkt des Markteintritts, Foto-Story, Maßnahmen vor dem Start (Staging, kleine Reparaturen), Definition von Preisschwellen für Anpassungen. Kurz: Der Rechner gibt Tempo, die Expertise gibt Richtung.

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